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21 Gramm
Schlosstheater Moers 2007

Zu den brillanten Darstellerleistungen von Cris (Kinga Prytula), Mary (Magdalene Artelt), Jack (Ekkehard Freye) und Paul (Holger Stolz) auf der weißen, fast steril wirkenden Bühne, auf der jeder Fingerabdruck auf den Glasscheiben fast tröstlich, da menschlich wirkt, erklingt Dmitri Schostakowitchs Sonate op. 147, das letzte vollendete Werk des Komponisten, gespielt von Alexander Hülshoff (Violoncello) und Andreas Frölich (Klavier). Eine Komposition des Übergangs, Musik als Begegnung mit dem Tod, die in der ungemein konzentrierten Interpretation das Geschehen auf der Bühne noch komplexer, noch eindringlicher wirken lässt. Tragisch mutet es an mitzuerleben, wie durch vermeintlich kleine Zusammenhänge ein verheerender Dominoeffekt ausgelöst wird. Der Spannungsbogen vibriert ohne Pause und scheint fast zu zerreißen, als Paul und Cris, der Patient und die Witwe des Organspenders, sich vereinen und hinter der Glaswand der Tote Michael (Roland Silbernagl) heiser und herzbewegend seine verlorene Liebe beschwört. Nicht jeder Zuschauer mag sich auf das Spiel mit dem Tod einlassen. Doch es gibt kein Entrinnen: Das Leben muss weitergehen - mit oder ohne Gott.
P. Riederer-Sitte, Niederrheinische Hefte

Sie rennen, sind Getriebene ihrer seelischen Erschütterungen, sind verzweifelt, brutal, erschlagen und erschießen einander. Kein Trost; auch nicht wenn die Musik ihn verheißt. Greb gönnt seinen Figuren keine Ruhe, treibt sie mit brutalem Ernst weiter. Wenn der letzte Ton verklungen ist, müssen sie wieder von vorn beginnen.
Anne Horstmeier, WAZ